Dr.
Adrian
Kröger-Hielscher
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Klassische Archäologie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU)
Vita
seit September 2021: Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Klassische Altertumskunde, Bereich Klassische Archäologie, CAU Kiel
2025: Nominiert für den Heinz Maier-Leibnitz-Preis 2025 der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)
2021: Fakultätspreis der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel für herausragende Dissertation
2020 – 2021: Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Klassische Archäologie, LMU München
2020: Promotion im Fach Klassische Archäologie an der CAU Kiel
2016–2020: Promotionsstudium an der CAU Kiel und Sapienza Università di Roma
2016–2020: Wissenschaftlicher Mitarbeiter im ERC Consolidator Grant DECOR (No. 681269)
2010–2015: B.A.- und M.A.-Studium Archäologie der Alten Welt, Klassische Archäologie, Alte Geschichte an den Universitäten Leipzig und der Ruhr-Universität Bochum (PONS)
2009: Abitur am Gymnasium Fridericianum Rudolstadt (Thüringen)
Mitgliedschaften und Gremientätigkeiten
Mittelbauvertretung (stellv.) im Institutsbeirat, Institut für Klassische Altertumskunde, CAU Kiel
Mitglied der Fokusgruppe “KI in Lehre und Prüfung”, CAU Kiel
Mittelbauvertretung, Fachprüfungsausschuss Klassische Archäologie, CAU Kiel
2025 Member of the Scientific Committee in the Arts and Humanities Panel and for the evaluation and improvement of academic works; BEING SEA-EU Conference (Cádiz, Spain)
2022 – 2024 Mitgliedergruppe wissenschaftlicher Dienst, Zentraler Haushalts- und Planungsausschuss ZHPA, CAU Kiel
2023 Ancient Architecture Discussion Group, Lincoln College, University of Oxford
2017 – 2019 Assoziiertes Mitglied der Graduate School “Human Development in Landscapes” (CAU Kiel)
2016 – 2020 Mitglied DFG-Nachwuchswissenschaftler Gruppe Villa Metro Anagnina (Leitung: PD Dr. Martin Tombrägel, Universität Tübingen, Universität Regensburg)
Publikationen
Monographien
A. Hielscher, Instrumenta domestica aus Pompeji und ihr Design. Eine Untersuchung zur decorativen Gestaltung der Kleinfunde aus Insula I 10 (Berlin 2022) DOI: https://doi.org/10.1515/9783110788075
J. Eber, Rez. zu: A. Hielscher, Instrumenta domestica aus Pompeji und ihr Design. Eine Untersuchung zur decorativen Gestaltung der Kleinfunde aus Insula I 10 (Berlin 2022), GNOMON 96, 2024, Heft 7, 644-650
T. Wild, Rez. zu: A. Hielscher, Instrumenta domestica aus Pompeji und ihr Design. Eine Untersuchung zur decorativen Gestaltung der Kleinfunde aus der Insula I 10, Decor 4 (Berlin/Boston 2022), Göttinger Forum für Altertumswissenschaft 26, 2023, 1047–1053 DOI: https://doi.org/10.14628/gfa.2023.1.102243
M. Grawehr, Exploring past visual experiences: a comparative analysis of three approaches to things and light in Roman interiors, JRA 37, 2024, FirstView 1–24 DOI: https://doi.org/10.1017/S1047759424000229
(Mit-)Herausgeberschaft
A. Haug – A. Hielscher – A.-L. Krüger (Hrsg.), Neighbourhoods and City Quarters in Antiquity. Design and Experience (Berlin 2023) DOI: doi.org/10.1515/9783111248097
A. Haug – A. Hielscher – T. Lauritsen, Materiality as Decor in Roman Art and Architecture: Aesthetics, Semantics, and Function (Berlin 2021) DOI: https://doi.org/10.1515/9783110764734
Artikel
A. Haug – A. Hielscher – T. Lauritsen, Materiality as Decor in Roman Art and Architecture: Aesthetics, Semantics, and Function (Berlin 2021) DOI: https://doi.org/10.1515/9783110764734
A. Haug – A. Kröger-Hielscher – A.-L. Krüger, Introduction: Neighbourhoods and city quarters as categories of urban experience, in: A. Haug – A. Hielscher – A.-L. Krüger, (Hrsg.), Neighbourhoods and City Quarters in Antiquity. Design and Experience (Berlin 2023) 3–19 DOI: doi.org/10.1515/9783111248097-001
A. Haug – A. Hielscher, The Concept of decorum in the Design of Architecture and Objects: Interdependencies of Form and Materiality, in: J. Stellmann – D. Wagner (Hrsg.), Materialität und Medialität. Aspekte einer Anderen Ästhetik, Andere Ästhetik – Koordinaten Bd. 4 (Berlin 2023) 29–50 DOI: doi.org/10.1515/9783110988413-002
A. Hielscher, Alles oder Nichts. Die Disziplinen der Olympischen Spiele, in: U. Hofstätter – A. Schmölder-Veit – N. Schröder-Griebel (Hrsg.), Das antike Olympia in München: 1972–2022 (Heidelberg 2022) 130–137 https://doi.org/10.11588/propylaeum.988.c14453
A. Hielscher, Lead-Glazed Pottery as a Phenomenon of Skeuomorph Object Design? Thoughs and Observations from the 1st century AD Vesuvian Area, in: B. Engels – J. Fildhuth – F. Stroth (Hrsg.), Skeuomorphosis. Transmaterial Design in the Ancient and Medieval Mediterranean (Heidelberg, im Druck)
A. Hielscher, Bebildertes Luxusgeschirr aus der Germania magna. Der Hildesheimer Silberschatz, in: A. Haug – M. Flecker (Hrsg.), Bildwanderungen – Bildtransporte. Die augusteische Bilderwelt jenseits der Alpen (Regensburg 2021) 31–47
A. Haug – A. Hielscher, Materiality as Decor: Aesthetics, Semantics, and Function, in: A. Haug – A. Hielscher – T. Lauritsen, Materiality as Decor in Roman Art and Architecture: Aesthetics, Semantics, and Function (Berlin 2021) 1-24 DOI: https://doi.org/10.1515/9783110764734-001
A. Hielscher, Four-legged Marble Tables (mensae) in Pompeian Houses: The Intersection of Functionality, Aesthetics and Semantics, in: A. Haug – A. Hielscher – T. Lauritsen, Materiality as Decor in Roman Art and Architecture: Aesthetics, Semantics, and Function (Berlin 2021) 182-201 DOI:https://doi.org/10.1515/9783110764734-011
A. Hielscher, Tierdarstellungen, in: H.-U. Cain – J. Lang (Hrsg.), Edle Steine. Lehrreiche Schätze einer Bürgerstadt (Leipzig 2015) 108–111
A. Hielscher, Ergänzung antiker Skulptur, in: J. Blume – K. von Malzahn (Hrsg.), Imaginäres Museum. Künstlerische Dialoge mit den Universitätssammlungen Leipzig (Leipzig 2014) 62
Rezensionen
A. Hielscher, Rez. zu: R. Berg – I. Kuivalainen (Hrsg.) Domus Pompeiana M. Lucretii IX 3, 5.24. The Inscriptions, Works of Art and Finds from the Old and New Excavations (Vantaa 2019), GNOMON 94,2022, Heft 8, 740-744
Katalog-Beiträge
A. Hielscher, Ergänzung antiker Skulptur, in: J. Blume – K. von Malzahn (Hrsg.), Imaginäres Museum. Künstlerische Dialoge mit den Universitätssammlungen Leipzig (Leipzig 2014) 62
Buch-Beiträge
A. Haug – A. Hielscher, Appendix 1: Decor-Elemente in Lebensmittelläden, Bars und Gaststätten, in: A. Haug, Öffentliche Räume in Pompeji. Zum Design urbaner Atmosphären (Berlin 2023) 409-429 DOI: https://doi.org/10.1515/9783110988383-017
S. Barker – A. Hielscher, Appendix 2: Kapitelle des öffentlichen Raums, in: A. Haug, Öffentliche Räume in Pompeji. Zum Design urbaner Atmosphären (Berlin 2023) 430-435 DOI: https://doi.org/10.1515/9783110988383-018
Laufende Forschungsprojekte
Gebaute Stoffgeschichte(n). Athens Architektur vom 5.– 2. Jh. v. Chr.
Dieses Projekt untersucht die Materialität antiker Architektur am Beispiel der Stadt Athen vom 6. bis 2. Jahrhundert v. Chr. Materialität wird als die konkrete stoffliche Verfasstheit von Bauwerken und architektonisch gestalteten Räumen verstanden. Sie ist Ergebnis und Ausdruck kultureller Praxis. In der Auswahl, Bearbeitung und Art der Verwendung von Material verdichten sich somit technische, gestalterische und soziale Entscheidungen. Eine archäologische Untersuchung der materiellen Dimension von Architektur kann diese Entscheidungen sichtbar machen und in historische Kontexte einbetten.
Die archäologische Analyse von Bauwerken und urbanen Räume fokussierte sich meist auf Architekturformen und -dekorationen, die Konzeption von Raum und die Rolle urbaner Akteure. Gebäude wurden in ihrer Dinglichkeit begriffen; sie figurierten als materielle Reflexionen von Religion, Wirtschaft, sozialer Ordnung oder alltäglichen Handlungen.
Alternativ dazu möchte das vorliegende Projekt die Bau- und Architekturgeschichte der Polis Athen im Sinne einer ‚Stoffgeschichte‘ neu erzählen. Materialien, wie die berühmten Marmore (pentelisch, hymmettisch) und Kalksteine (Akropolis-Kalkstein, Kara-Kalkstein, etc.), aber auch poroi, Stuck und Terrakotta sind als Elemente Akteure einer urbanistischen Entwicklung zu verstehen. Ihre Nutzungsmodalitäten und zugeschriebenen Bedeutungen veränderten sich über die Zeit; sie prägen das visuelle Stadtbild im Sinne einer Materiallandschaft und verlangen bisweilen nach Aktivität – kurzum, die Materialien einer Stadt stehen in unmittelbarem Austausch mit der Bevölkerung.
Zwischen proasteion und asty. Nutzungsformen von Grenz- und Schwellenräumen griechischer Städte
Die Grenzen antiker Städte sind uns insbesondere durch monumentale Stadtmauern präsent. Diese Architekturen trennen physisch sowie mental ein Innen und ein Außen, Ordnung und Chaos, asty und chora. Doch war diese bauliche Abschirmung keineswegs hermetisch, sondern vielmehr oszillierend. Die diffusen Räume unmittelbar vor und hinter antiken Stadttoren (sowie diese selbst) waren permeabel, wurden architektonisch besetzt und von verschiedenen städtischen Akteuren genutzt.
Insbesondere das griechische proasteion hat – im Gegensatz zum römischen suburbium – bisher wenig Aufmerksamkeit erfahren.
Dabei war dieser unmittelbar an die Stadtmauer angrenzende Raum vor den Toren der Stadt Handlungs- und Aufenthaltsort weiter Teile der Stadtbevölkerung zu unterschiedlichen Anlässen. Über die Beschreibungen antiker Autoren hinaus sind hier im archäologischen Befund u. a. suburbane Gymnasien, Heroa, Brunnenanlagen, wirtschaftliche Produktionsstätten sowie Nekropolen und Heiligtümer überliefert.
Dieser multidimensionale Handlungsraum ist von besonderer Bedeutung, da er die architektonische Ordnung von Urbanität gleichzeitig bestätigt und in Frage stellt. Des Weiteren spielt er in diachroner Perspektive eine wichtige Rolle für die Entwicklung und Differenzierung des inner-urbanen Raumes. Eine Analyse der Bebauung und Nutzung dieses Schwellenraumes über eine longue durée erlaubt Rückschlüsse auf soziokulturelle Wechselwirkungen zwischen urbanen Teilräumen verschiedener griechischer Städte.
KLArchAI – Ein KI-Agent für die Klassische Archäologie (Grundwissen)
Studierende der Klassische Archäologie benötigen ein anspruchsvolles Grundlagenwissen und wissenschaftliche Kompetenzen, um sich darauf aufbauend vertiefend mit den Inhalten des Faches auseinandersetzen zu können.
Das Projekt KLArchAI konzipiert hierfür gemeinsam mit Studierenden erstmals ein für das Fach Klassische Archäologie spezifiziertes RAG-System (Retrieval-Augmented Generation). Im Gegensatz zu kommerziellen Chatbots und LLM-Tools (ChatGPT, Gemini, Perplexity, Claude, etc.) nutzt KlArchAI eine im Rahmen der Hochschullehre erarbeitete und kuratierte Wissensbasis, spezialisiert auf das Fach Klassische Archäologie.
KlArchAI soll ein Lehrbeispiel für einen bewussten, reflektierten Umgang mit KI-Technologien in der geisteswissenschaftlichen Wissensproduktion sein. Studierende entwickeln im Rahmen dieses Lehr- und Lernprojektes zentrale Kompetenzen, die für akademische und berufliche Kontexte des 21. Jahrhunderts zentral sind:
analytisches Denken
präzise Formulierung von Fragen
kritische Bewertung von Antworten
Verständnis von Daten- und Textverarbeitung in digitalen Systemen
aktive Strukturierung und Vermittlung von Wissen (statt passive Rezeption und Memorierung)
Konferenzen und Workshops (Auswahl)
Material and Surface Design in Ancient Greek Architecture. Creating and Perceiving Visual Effects from the Archaic to the Hellenistic Period
Main Session Organiser
32nd EAA Annual Meeting | 26–29 August 2026 | Athens
Causa Materialis. Materialien und Materialitäten in der griechischen Welt (7. Jh. v. Chr. – 1. Jh. v. Chr.)
Workshop 02.-03.05.2024 Seeburg Kiel
CAU Advance Forschungsförderung zum Aufbau eines eigenen Forschungsprofils
Materiality as Decor. Aesthetics, Semantics and Function
IKonferenz 03.-06.06.2020
ERC Consolidator Grant DECOR (No. 681269)